Ein Museum für das Pferd
Spannende Geschichten über Pferd und Mensch im Deutschen Pferdemuseum
Eine schlichte Sammelmappe mit der Aufschrift „Das Verdener Pferd 1924“ markiert den Beginn des Deutschen Pferdemuseums. In ihr sammelte der Verdener Heimatbund ab den 1920er Jahren erste Fotos, Zeitungsausschnitte und Dokumente rund um das Pferd und legte damit den Grundstein für eine heute in Deutschland einzigartige hippologische Sammlung.
Die Idee eines eigenen Museums für das Pferd entstand in einer Zeit des Wandels. Mit der fortschreitenden Motorisierung nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die Pferdebestände stark zurück. Viele Menschen sorgten sich, dass das Pferd als jahrhundertelanger Partner des Menschen aus dem Alltag verschwinden könnte. Unter dem Motto „Das Pferd muss bleiben!“ setzten sich Züchter und Pferdefreunde für seinen Erhalt ein. Angetrieben von dieser Stimmung und bedingt durch die Tatsache, dass die pferdekundliche Abteilung im Heimatverein stark gewachsen war, wurde 1965 schließlich der Trägerverein Deutsches Pferdemuseum e.V. gegründet. Der Hippologe Erich Clausen gab dem Museum eine gezielte Richtung und fachliche Tiefe. Später übernahm Hans Joachim Köhler, Begründer und langjähriger Leiter der Verdener Auktionen, das Amt des Museumsleiters. Unter ihm entstand die umfangreiche Museumsbibliothek und das Deutsche Pferdemuseum erhielt 1974 sein Wahrzeichen mit der originalgetreuen Replik des Tempelhüter-Denkmals.
Als bundesweit zentrales Museum zur Geschichte des Pferdes und seiner wechselvollen Beziehung zum Menschen versteht sich das Deutsche Pferdemuseum heute als Wissensort und Treffpunkt für Menschen mit und ohne Pferdebezug – vom Pferdelaien bis zu Pferdebegeisterten und Fachleuten aus allen Bereichen der vielfältigen Pferdewelt.
In der ehemaligen Kavalleriekaserne am Verdener Bahnhof zeigt die rund 1.600 Quadratmeter große Ausstellung, welchen Stellenwert das Pferd über Jahrhunderte für den Menschen hatte – in der Landwirtschaft, im Transport, im Bergbau, im Krieg, in der Kommunikation, im Sport und als Freizeitpartner.
Die Reise durch das Museum beginnt beim fuchsgroßen Urpferdchen vor 55 Mio. Jahren, führt die Museumsgäste über die ersten Hauspferde in der ukrainischen Steppe zu den Streitwagen der Antike und mittelalterlichen Ritterturnieren. Sie erfahren, welche Vorteile Kummets und Moorschuhe für landwirtschaftliche Pferdegespanne hatten, wie das Grubenpony in die Grube kam und welche Tricks beim Pferdehandel angewandt wurden. Sie begegnen bedeutenden Pferdekennern sowie erfolgreichen Größen des Reitsports und erfahren, wieso sich ausgerechnet Verden in der Pferdewelt international einen Namen gemacht hat.
Eine besondere Schatzkammer ist die hippologische Bibliothek mit mehr als 20.000 Titeln vom 16. Jahrhundert bis heute. Sie wird nicht nur von Fachleuten für wissenschaftliche Recherchen genutzt, sondern lädt alle Pferdeliebhaber zum Stöbern ein. Ergänzt wird sie durch ein historisches Foto- und Filmarchiv mit über einer Million Aufnahmen aus Pferdezucht und -sport von 1900 bis in die Gegenwart.
Mit wechselnden Sonderausstellungen, Führungen, Vorträgen, Workshops und Aktionstagen gewährt das Deutsche Pferdemuseum das ganze Jahr über spannende Einblicke. Der gemeinnützige Trägerverein bietet Pferde- und Kulturinteressierten aus dem gesamten Bundesgebiet einen Rahmen für Austausch, Dialog und Vernetzung. Mehr Infos zum Museum, dem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm oder dem Museumsverein finden Sie unter www.dpm-verden.de oder auf Instagram unter @deutschespferdemuseum.
Kommende Sonderausstellung:
Bilder im Dunkeln – Eiszeitliche Höhlenkunst
- April bis 25. Oktober 2026
Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr
www.dpm-verden.de
Kontakt:
Deutsches Pferdemuseum e.V.
Holzmarkt 9
27283 Verden
Tel: 04231/807140
www.dpm-verden.de
(Bilder: Deutsches Pferdemuseum e.V., Verden)



